Krauselocken

Krauselocke Alison keeps it kraus!

 Alison ist Bloggerin und zeigt uns ihren KrauseLocke-Style! 

Stell dich doch mal vor!

 Ich heiße Alison und bin 25 Jahre alt. An der Universität zu Köln studiere ich Ethnologie und Japanologie. Ich habe ein Blog eingerichtet aber noch nicht aktiviert, da es noch nicht fertig ist. Ich habe lange hin und her überlegt. Aber jetzt bin ich endlich entschlossen. Es soll unter anderem auch um meine eigenen Erfahrungen während meiner „natural hair journey“ gehen und verschieden Sachen, die mich inspirieren. Ich werde euch auf dem Laufenden halten!
Welche Bedeutung hat für dich die Message “keep it kraus?”
Ich finde den Slogan super! Er verbirgt viele Facetten, die über das Thema „Haare“ an sich hinausgehen. Ich verbinde damit eine Lebensweise, die besagt: Sei du selbst und stolz darauf anders zu sein. Denn wir sind alle Individualisten und die Andersartigkeit, ist das was jeden Einzelnen von uns ausmacht, ganz egal aus welcher ethnischen Herkunft man stammt.
 
Hast du schon Reaktionen auf dein Shirt bekommen? Wenn ja, welche?
Leider hatte ich bisher wetterbedingt, noch nicht viele Gelegenheiten mein T-Shirt anzuziehen. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf Reaktionen oder eventuelle Fragen, die auf mich zukommen werden.
Erzähl uns was über deinen Blog!
In meinem Blog „Le Diamant Noir“ geht es in erster Linie um meine Hairstory bzw. meine Natural Hair Journey. Ich dokumentiere meine verschiedenen Frisuren und gebe Tipps wie man Rezepte für Haarkuren ganz einfach selber machen kann. Außerdem blogge ich auch über Dinge, die mich inspirieren oder generell mit natürlichen Haaren zu tun haben.
Was hat dich dazu inspiriert im Netz deine Erfahrungen mit anderen zu teilen?
Während meiner Transition habe ich verschiedene Frisuren und Styling – Methoden ausprobiert. Da habe ich dann angefangen alles zu fotografieren, um meine Hair Jouney für mich zu dokumentieren. Auf dieser Art und Weise, hatte ich den Beweis, dass meine Haare sich veränderten und tatsächlich gewachsen sind. Mit eigenen Augen konnte ich nämlich kaum Veränderungen feststellen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich auch schon viel recherchiert, weil alles neu und unbekannt war und ich mir mehr Wissen über meine Haarpflege aneignen musste. Mir ist schnell aufgefallen, dass die meisten Blogs und Youtube – Kanäle über natürliche, krause Haare, zum größten Teil auf Englisch, einige auf Französisch und nur wenige auf Deutsch sind. Deshalb dachte ich mir, warum nicht einen eigenen Blog starten? Vielleicht kann ich anderen helfen und sie inspirieren, ihre natürlichen, krausen Haare zu lieben!
„Wo kommst du her?”
 Ich komme aus Düren, bin in Frankreich geboren. Meine Wurzeln sind in Martinique und Guadeloupe.

Deine Haar-Story?
Die Entscheidung meine Haare wieder natürlich wachsen zu lassen, stand schon länger im Raum. Das große Problem war immer: Und dann? Wie soll ich meine Haare pflegen? Die werden doch sicherlich kaputt gehen. Bis ich irgendwann Ende letzten Jahres, ohne es vorher geahnt zu haben, meine Haare zum letzten Mal chemisch glätten ließ.  5 Monate später hatte ich schon echt viel Ansatz. Irgendwie war ich neugierig geworden und wusste gar nicht mehr, wie meine Haare normalerweise aussehen. Als die ersten Locken rauskamen, war das schon ein kleines Phänomen. Es gefiel mir so gut, dass ich meine Mutter dazu brachte mir die Haare zu schneiden. Für mich war klar: kein Relaxer mehr! Ich war entschlossen meine Haare von nun an natürlich wachsen zu lassen. Ein Big Chop kam für mich nicht in Frage, weil ich mich mit so kurzen Haaren nicht wohl gefühlt hätte. Also entschied ich mich für  die Transition und schneide alle 3 Monate meine Spitzen. Es ist echt schön so viel positives Feedback zu bekommen. Es hat aber natürlich auch seine Nachteile, wenn zum Beispiel manche Menschen meinen, sie müssten meine Haare anfassen ohne mich vorher zu fragen und dann auch noch anfangen seltsame Fragen zu stellen. Das ist schon nervig, aber irgendwann regt man sich nicht mehr darüber auf.
Was magst du an deinen Haaren?
 Ich mag meine Locken. Sie ermöglichen mir verschiedene Styles, was ich vorher gar nicht gedacht hätte. Es macht jetzt auch Spaß verschiedene Sachen auszuprobieren.

Was ist deine Haarroutine und welches sind deine Lieblingsprodukte?

Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass es vollkommen reicht, wenn ich einmal pro Woche meine Haare wasche. Sie neigen sonst sehr dazu trocken zu werden. Sollte zwischendurch doch noch eine weitere Haarwäsche notwendig sein, wasche ich sie lediglich mit einem Conditioner. Alle 2 Wochen mixe ich mir meine eigene Haarkur, am liebsten mit Avocado und Olivenöl. Meine Lieblingsprodukte sind Shea Moisture Restaurative Conditioner,  Shea Butter Öl aus dem Body Shop und die Fructis Oil Repair – Produkte.
Haarroutine und Produkte

Seit meinem Big Chop hat sich meine Haarroutine nicht sehr verändert, aber es ist viel einfacher geworden. Ich muss nicht mehr mit zwei verschiedenen Haarstrukturen kämpfen!

Meine Haare brauchen noch mehr Feuchtigkeit als vorher, deshalb wasche ich sie alle zwei Wochen mit Shampoo („Syoss oleo intense thermo care“) und jede Woche mache ich einen Co-Wash, d.h. ich wasche meine Haare lediglich mit einer Spülung („Aussies anti frizz“), um die Produkte raus zu waschen. Ich benutze täglich meinen eigenen Sheabutter – Mix und verschiedene Öle (z. B.: Mandelöl) um die Feuchtigkeit im Haar zu versiegeln. Weitere Styling – Produkte sind “Curl enhancing smoothie“ und die „Coconut and hibiscus Style milk“ von Shea Moisture.
Was ist im Moment dein Lieblingsstyle?
 Twist-out. Ab und zu mit Tüchern aufgepeppt.
Hast du auch ein paar Beauty-Tricks für die Krauselocken parat?
Ich verzichte auf Hitze. Nur wenn es ganz schnell gehen muss, benutze ich den Föhn . Es klappt auch ganz gut ohne. Ich finde es aber auch in Ordnung, wenn man mal Lust auf glatte Haare hat, und das Glätteisen benutzt, solange man es nicht regelmäßig macht, passt das schon. Abends binde ich immer meine Haare mit einem Seidentuch zusammen. Was ich persönlich anfangs nervig fand. Ein Seidenkissen wäre auch eine Alternative. Außerdem kann ich empfehlen, dass es sich wirklich lohnt mindestens einmal im Monat selber Haarkuren zu mixen. Meine Haare lieben die Avocado-Olivenöl-Kur. Es ist eine günstige Variante und man weiss hundertprozentig, was drin ist!

Was machst du beruflich?

Ich gebe Nachhilfe in Französisch und Englisch.
Was macht dir Spaß am Studium?
Mir gefällt, dass ich so viel über fremde Kulturen erfahre und später in meinem Beruf flexibel sein werde, weil es mir verschiedene Berufsfelder ermöglicht.
Wie wird man das, was du bist?
Wenn man sich für (fremde)Kultur und Sprachen interessiert, ist man schon auf dem richtigen Weg.
Was möchtest du den Krauselocken sonst noch mitteilen?
Rock your curls und keep it kraus!

Zeig auch du uns deinen KrauseLocke | Style!

 http://krauselocke.spreadshirt.de/





Hier findest du weitere KrauseLocken und ihre Hairstories!

Krauselocke Susanne aus Berlin

Krauselocke Stephanie aus Lyon

Krauelocke Ama aus Hamburg

Krauselocke Julia aus Bonn

Krauselocke Yamai aus Köln

Krauselocke Pepra aus Köln/Düsseldorf

Krauselocke Alicia aus Düsseldorf

Krauselocke China aus Frankfurt

Krauselocke Nancy aus Köln

Unsere erste Krauselocken

Anti-Rassismus-Trainerin Tupoka

Tupoka setzt sich ein gegen Rassismus und für interkulturelle Kompetenz. Und Haartipps hat sie auch auf Lager!

Stell dich doch mal vor!

Ich bin Tupoka, 33 Jahre und lebe mit meinen zwei Söhnen in Berlin. Ich arbeite als Trainerin für interkulturelle Kompetenz, pro-Diversity und anti-Rassismus. In meinem Job gebe ich einerseits Antirassismus Seminare für weiße Menschen, Sensibilisierungsworkshops für LehrerInnen und ErzieherInnen zu vorurteilsbewusster Arbeit, aber auch Workshops für Eltern Schwarzer Kinder und Empowerment Kurse für Schwarze Kinder und Jugendliche. Ich habe eine Facebook Page www.facebook.com/interkulturellekompetenzimweb und eine Website www.tupokaogette.de.

Was inspiriert dich?
Mich inspirieren generell Menschen, die den Mut haben sich selbst und ihre Ansichten immer wieder in Frage zu stellen, neu zu evaulieren und wenn nötig, die Perspektive zu wechseln. Konkrete Personen, die mich inspirieren, sind auf jeden Fall starke Frauen, wie Michelle Obama, Eve Ensler, Ellen Sirleaf Johnson oder auch Chimamanda Adichie. Und jeden morgen wenn ich aufstehe, inspirieren mich die Gesichter meiner zwei wunderbaren Söhne die beste Version von mir selbst zu sein, die ich sein kann!!

Was macht dir Spaß, an deiner beruflichen Tätigkeit?
Ich treffe sehr viele Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen, Menungen, Perspektiven und Geschichten. das finde ich wahnsinnig spannend. Ich liebe es Menschen zu motivieren, zum (um-)denken anzuregen oder zu stärken. Der Job ist kein 9-5 Job, sowohl die inhaltliche als auch zeitliche Flexibilität ist sehr hoch. Zudem gibt mir der Job das Gefühl, etwas für die Verbesserung des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft zu tun. Un dich bin immer wieder überrascht wie viel ich von den Menschen lerne, denen ich begegne und die eigentlich kommen, um sich von mir weiterbilden zu lassen. Dafür bin ich sehr dankbar!

Wie wird man das, was du bist?
Ich habe Afrikanistik, Deutsch als Fremdsprache und International Business in Südfrankreich studiert. Während meines Studiums habe ich mich bereits viel mit unterschiedlichen Kulturen, postkolonialen Studien und vorurteilsbewussten Ansätzen beschäftigt. Allerdings gibt es natürlich gerade in meinem Beruf viele Wege um ans Ziel zu kommen. Es gibt tolle TrainerInnenausbildungen in dem Bereich Diversity oder Anti-Bias oder auch interkultureller Kompetenz. Man sollte natürlich keine Scheu vor Menschen haben und ein gutes Gefühl für Gruppenprozesse. Zudem ist es gerade als Schwarze Person besonders wichtig eine klare innerliche Haltung zu den Themen (Rassismus, etc.) zu entwickeln und eine klare Trennung zwischen meiner Rolle als Moderatorin/Trainerin etc. und mir selbst zu ziehen.

Wie kamst du dazu, dir die Haare natürlich wachsen zu lassen?
Ich habe mit meinen Haaren alles ausprobiert. Ich habe sie jahrelang relaxed, gefärbt, gebraided, etc. Irgendwann waren sie so kaputt und ich so unglücklich damit, dass ich entschlossen habe sie nicht weiter gegen meine Haare zu arbeiten, sondern mit ihnen. Ich bin auf Natural hairstyles umgestiegen und habe mich bemüht nur noch Chemiefreie Produkte zu benutzen. Ich würde es nie wieder anders machen.

Seit zweieinhalb Jahren habe ich Locs und ich bin total happy damit. Ich habe mich vorher wochenlang durch Youtube Tutorials zu dem Thema geklickt, damit ich auch ja alles richtig mache. Leider gibt es ja in Berlin keinen professionellen “loctician”, zumindest soweit ich weiß. Für mich ist mein Haarstyle auch eine Form von Empowerment.

Was ist deine Haarroutine und welches sind deine Lieblingsprodukte?
Wie gesagt, ich versuche chemische Produkte zu vermeiden. Ich habe ein selbsthergestelltes Spray aus Glycerin, Wasser, Aloe Vera Gel und Mandelöl. Das nutze ich morgens und abends. Ich wasche meine Haare einmal pro Woche und re-twiste die Ansätze alle zwei Wochen. Einmal im Monat mache ich eine Apfelessig Packung und anschliessend eine Haarkur.

Was ist im Moment dein Lieblingsstyle?

Zu Zeit bin ich besessen davon, meine locs in Locken zu drehen. Dazu flechte ich immer drei locs nach dem waschen und mache dann aus den entstandenen Zöpfen bantu-knots. Das lasse ich dann drei Tage so und wenn ich es öffne – tataaaaa, hab ich lauter nette Korkenzieherlocs. I love it!

Hast du auch ein Paar Beauty-Tricks für die Krauselocken parat?
mhhh, also ich habe bemerkt, dass es meinen Haaren gut tut, wenn ich ab und an anstelle von Shampoo, Conditioner zur Haarwäsche benutze.

Eine selbstgemachte Kur aus Olivenöl, Eigelb und Zitrone wirkt Wunder und lässt die Haar schön glänzen.

Was auch toll ist, ist ein “Hot-Oil-treatment” Olivenöl in der Mikrowelle leicht erhitzen, in das Haar einmassieren, eine Plastikhaube plus Handtuch darüber und eine halbe Stunde einwirkeln lassen. Danach auswaschen.

Krause Haare? Heute akzeptiere ich mich!

„Lieber Gott, bitte mach, dass ich morgen früh lange, glatte Haare habe – wie Arielle die Meerjungfrau!“


Ich erinnere mich noch genau an meinen sehnlichsten Wunsch aus Kindertagen. Röcke, Jacken oder Kissenbezüge – ich drapierte mir alle möglichen Textilien auf den Kopf, tanzte vor dem Spiegel und stellte mir vor es wäre nicht der Stoff, sondern meine Haare, die mir im Wind um die Ohren flatterten. Gott erhörte meine allabendlichen Gebete allerdings nie. Morgens waren meine Haare immer noch genauso kraus, wie vorm zu Bett gehen.

Später dann kamen der Relaxer, kamen die Weaves, kam der Frust bis ich endlich “natural” wurde und mein Haupt so akzeptierte, wie es ist. Oder auch nicht. ich startete meinen Aufbruch zum natürlichen Haar mit der Tightly curly Methode. Nach wie vor empfehlenswert, aber: Je definierter meine Haare waren, desto glücklicher war auch ich.

“Heute bist du aber explodiert,” hörte ich dann manchmal von Kollegen, wenn ich mein Haar offen trug und es ist nicht so definiert war, wie sonst. Das war mir oft unangenehm und ich machte mir einen Dutt und suchte im Netz nach immer weiteren, ausgefallenen Produkten, die mein Haar bändigen sollten. Immer auf der Suche nach DEM WUNDERMITTEL für unkomplizierte, definierte, glänzende Krauselocken.

Außerdem bin ich eine Brillenträgerin und fand immer, dass mir meine Brillen in Kombination mit glatten Haare viel besser standen. Darum griff ich am Anfang meiner Transitionphase viel häufiger auf Kontaktlinsen zurück, trug sie viel zu lange und nahm schmerzende Augen in Kauf.

Ja, ich habe lange gebraucht mich und meine Krauselocken wahrhaftig, voll und ganz zu akzeptieren. Denn das sind meine Haare: Kraus, von Natur aus. Wenn ich nichts mit ihnen machen würde, sprich keine Leave in Conditioner, keine Twists oder Braids, dann wären meine Haare kraus. Dann machen sie was sie wollen. Keine Definition, nicht gerade, nicht gleichmäßig strukturiert. Und daran ist nichts negativ.

Heute, endlich trage ich meine Brille, wann immer ich will – egal welche Frisur ich habe und ich trage mein Haar auch mal offen, wenn es “explodiert” ist. Das bin ich halt, schön auf meine Weise. Ohne Röcke auf dem Kopf. 

Whoopi Goldberg hat wohl auch einmal ähnliche Erfahrungen gemacht. Schaut selbst ab Minute 28:00 bis 35:00


 Arielle, die Meerjungfra finde ich nach wie vor cool. Aber allein die Tatsache, dass sie einen Fischschwanz hat kann sie realistisch gesehen nie zum meinem optischen Vorbild machen 😉

Keep it kraus!
Eure Esther

Shameless Maya: Radikalrasur im Livestream


Wir tun alles für unsere Haare. Möglichst lang sollen sie sein, möglichst definiert und gesund. Nicht so Shameless Maya…

Sie hat eine “Bucket-List”, eine Liste mit Dingen, die sie unbedingt tun möchte, bevor ihr Leben vorbei ist. Man vermutet auf so einer Liste vielleicht Bungeejumping oder eine Weltreise. Auf Shameless Mayas Liste gibt es allerdings den Punkt “Haare abrasieren” und den hat sie am vergangenen Mittwoch im YouTube-Livestream erfüllt.

I am not my hair!

Sie hat ihre Gründe. “Wir Frauen definieren uns viel zu sehr über unsere Haare. Aber ich bin nicht meine Haare und möchte auch nicht nur auf meine Haare reduziert werden. Indem ich meine Haare abrasiere möchte ich mir selbst beweisen, dass ICH ausreiche, so wie ich bin” sagt sie in einem Video, das die bevorstehende Radikalrasur ankündigt. Darüber hinaus gab auch eine junge Krebspatientin, die ihre Haare durch die Krankheit verloren hat Anlass für Shameless Mayas Entschluss. Sie möchte Solidarität beweisen und zeigen, dass die Haare auf unserem Kopf uns als Menschen nicht ausmachen.

Wir sagen Hut ab, Shameless Maya! Das hat Respekt verdient und setzt ein eindeutiges Zeichen.

Krauselocke Moni aus dem Thüringer Wald

Wer verbirgt sich hinter diesen tollen Krauselocken? Erfahrt mehr über Krauselocke Moni aus dem Thüringer Wald!

Wer bist du? Wie alt bist du?

Ich bin Moni (bzw. curlywurly) und bin in Deutschland geboren sowie aufgewachsen. Genau wie meine ganze Familie.
Inzwischen bin ich 37 Jahre alt. Neben einigen anderen Dingen schreibe ich ein öffentliches Haartagebuch im Langhaarnetzwerk (LHN), in dem jeder, wenn er mag, lesen kann. Ich schreibe meine Haarerfahrungen auf, meine Rezepte und dokumentiere mein Haarwachstum, da mein Ziel richtig lange Locken sind. Im LHN finde ich auch immer wieder nette Leute und viele wertvolle Haar-und Frisurentipps.

Warum möchtest du unbedingt lange Locken?

Weil ich schon als Kindergartenkind lange Haare wollte, mir jedoch ständig die Locken bubenkurz geschnitten wurden. Meine Mutter dachte: „Diese Haare kann man nicht lang wachsen lassen.“ Bis heute faszinieren mich lange Haare und der Gedanke, selbst welche haben zu können, hat mich nie losgelassen.

Was macht dir Spaß an deinem Haartagebuch?

Das schreiben an sich, die lieben und z. T. hilfreichen Kommentare der Leser, das spätere Zurückblättern und staunen: „Oh, sie sind doch ganz schön gewachsen. Hätte ich gar nicht gedacht.“ Ich sehe dann meine eigene Entwicklung auch in Bezug auf die Frisuren z. Bsp. Außerdem vergesse ich dadurch nichts und kann alles immer wieder nachlesen. Das ist sehr hilfreich, wenn man sich mitten in der Lernphase befindet. Und ganz nebenbei kann ich meinen kleinen Haarkomplex aufarbeiten. Besondere Freude bereitet es mir auch, wenn sich eine neue KrauseLocke dazugesellt. Ihr seid alle herzlich eingeladen, mal vorbeizuschauen.

Was oder wer ist deine Inspiration?

Vieles und Viele. Aber meine erste, größte und wichtigste Inspiration in Bezug auf das Haarthema ist Teri LaFlesh.

Wie kamst du dazu, dir die Haare natürlich wachsen zu lassen?

Als Kind beobachtete ich immer meine Mutter, von der ich die Locken geerbt hatte. Jede Woche hat sie ihre Haare mit ganz viel alkoholhaltigem Festiger straff auf Lockenwickler gespannt, um sie glatter zu bekommen. Den Rest der Woche ging es darum, die Haare vor Feuchtigkeit zu schützen. Ich beschloss schon ziemlich früh, dass diese Art der Haarbehandlung nichts für mich ist. Ich wollte versuchen mit dem glücklich zu werden, was mir Mutter Natur da auf den Kopf gezaubert hatte.

Was magst du an deinen Haaren?

Zur Zeit mag ich besonders, dass sie eeeendlich in die Länge zu wachsen beginnen. Nicht mehr in die Breite!
Auf der anderen Seite gefällt es mir schon auch, dass ich keine Probleme mit fehlendem Volumen habe. Aber dass allertollste ist, dass ich mein Volumen inzwischen gut kontrollieren kann. Das war früher nicht so. Ich hatte immer das Gefühl, da ist was auf meinem Kopf explodiert. Ich bin nun die Bestimmerin. Nicht mehr mein Haar!!! Oder auch dass ich keine Angst vor fettigen, strähnigen Haaren haben muss, finde ich klasse. Mein Vater hat ja aalglatte Haare. Da konnte ich immer beobachten, dass er schon Stunden später nach der Haarwäsche wieder fettige Haare bekam. Das kam mir echt doof und stressig vor. Die gute Haltbarkeit der Frisuren in krausen Haaren, finde ich ebenfalls sehr praktisch. Bei glatten Haaren flutscht sehr gerne alles auseinander.

Was ist deine Haarroutine und welches sind deine Lieblingsprodukte?

Ich pflege hauptsächlich mit der tightly curly Methode von Teri. Natürlich probierte/probiere ich auch immer mal andere Methoden. Aber bisher konnte ich nur immer wieder feststellen, dass Teri’s Methode für meine Haare das Beste ist. Außerdem pflege ich viel mit Olivenöl. Ich mache damit Oilrinsing, Prewashkuren als Hot Oil Treatment oder gebe ganz viel vom Öl in eine gekaufte Haarkur. Auch Kokosöl finde ich toll. Manchmal lasse ich die Haare  in einer französischen Kordel trocknen. Am nächsten Tag habe ich nach dem Öffnen schöne große Locken. Meine Lieblings-Leave In Produkte sind zur Zeit die Balea Glatt & Glanz Spülung, Nature’s Gate henna shine enhancing und Giovanni direct Leave In. Ich benutze allerdings auch immer etwas Öl oder meine „fluffy Sheabuttercreme“ von Naptural85 als Leave In. Die Sachen gebe ich nach der LOC-Methode ins tropfnasse Haar. Ich verzichte außerdem komplett auf Shampoo. Ich spüle die Kopfhaut mit Tee oder mische mir ein Eishampoo. Dieses besteht aus einem Ei, Agavendicksirup und Zitronensaft. Allgemein gilt für mich in Bezug auf Shampoo „Weniger ist mehr“. In Bezug auf  Pflege heißt es jedoch „Viel hilft viel.“

Was ist im Moment dein Lieblingsstyle?

Offen oder lockere Hochstecksachen, bei denen die Locken noch frei und sichtbar sein dürfen. Das mag auch meine Kopfhaut lieber als straffe Frisuren. Twistfrisuren sind als Protectivstyle für mich auch sehr wichtig. Aber nur einfache Sachen.

Hast du Kinder?

Ja, ich habe 2 Jungs. In meinem Tagebuch nenne ich sie curlyburli1 und curlyburli2. Beide haben noch lockigere Haare als ich, obwohl ihr Vater glatte Haare hat. Mein Jüngster hat sogar so krasse Minikringel und extrem dickes Haar, dass ich bei ihm ständig Protectivstyles machen muss. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich verstanden hatte, dass seine Haare eine andere Pflege brauchen als meine Locken. Das war der Punkt, an dem ich mich noch intensiver mit richtiger Afropflege auseinanderzusetzen begann. Vielen Dank an dieser Stelle an Ani vom Aniversum und Laxmi von luckycurls.

Wie fühlst du dich als hellhäutige KrauseLocke?

Ich bin eine Deutsche, fühle und denke deutsch. Aber ich fühle  mich auch sehr mit der BlackHairCommunity verbunden. Denn hier finde ich Leute, mit ähnlichem Haartyp und zum ersten Mal im Leben wirklich wertvollen Tipps für meine Haare.
Ich habe teilweise ähnliche Erfahrungen wie Afrodeutsche gemacht und fühle deshalb ähnlich. Das Wort Neger kenne auch ich in Bezug auf meine Familie und mich. Teilweise scheint die Hautfarbe und Herkunft wegen der Krause gar nicht wahrgenommen zu werden. Ich hatte sogar mal ein seltsames Gespräch mit einer Frau, die meinte, mein Sohn wäre gar nicht weiß und ich bräuchte mir wegen Sonnenbrand keine Sorgen zu machen. Dabei ist er total blass und sonnenempfindlich.

Die Bachelorarbeit von KrauseLocke Lisa fand ich z. Bsp. sehr ansprechend, weil ich mich in dem Text wieder finden konnte.
Ich hoffe, ich darf für ein kleines Beispiel aus ihrer Arbeit zitieren: „Innere Zerrissenheit, Selbstzweifel und das Gefühl des „nirgendwo hinzugehörens“, können hierbei die Folgen sein.“

Was möchtest du den Krauselocken sonst noch mitteilen?

Be yourself!
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KRAUSELOCKE IN DER PRESSE

KrauseLocke im Interview mit SAM (Sam Musik)

 Zwei Brüder mit Liebe zur Musik – Samson und Chelo von SAM im Interview!


Mit
dem Mixtape “ZWEInullZWÖLF” feierten die Jungs von SAM den Megaerfolg. Jetzt bringen sie ihre EP “Wir” heraus und stehen bei iTunes schon auf Platz 1. Wir von KrauseLocke hatten die Jungs mit den über 65.000 Facebook-Fans im Interview und fanden unter anderem raus, dass ihre Mama stolze Besitzerin eines Afroshops ist.


Ihr beiden seid ja schon ziemlich bekannt. Für alle Krauselocken da draußen, die euch vielleicht noch nicht kennen: stellt euch doch kurz mal vor. 

Sam: Hey, wir sind SAM.

Chelo: Wir sind Brüder – Samson und Chelo – und wir machen Musik. Sam rappt, ich bin der DJ.

Wie lange macht ihr beiden schon Musik und was hat euch zur Musik gebracht?

Sam: Wir spielen seit unserem sechsten Lebenjahr Instrumente, also machen wir schon ne ganze Weile Musik.

Chelo: Das war damals sehr klassisch orientiert. Ich glaube das hat uns trotzdem beeinflusst und spiegelt sich irgendwo auch jetzt in unserer Musik wieder.
Sam: Chelo hat dann mit vielleicht 14 Jahren angefangen mit DJ-ing und mich dann gleich angesteckt.
Chelo: Naja, du hast schon noch bisschen gebraucht. (Lacht) So zwei Jahre später hat er dann angefangen zu rappen. Er ist ja aber auch der „Kleine“ bei uns.

 

Habt ihr musikalische Vorbilder?

Sam: Mhm, es gibt auf jeden Fall viele Musiker von denen wir uns inspirieren lassen.
Chelo: Das fängt bei Jimmi Hendrix an, über Pharell Williams bis hin zu SBTRKT.
Sam: Aber Vorbild hört sich immer gleich so komisch an. Unser Dad ist vielleicht ein Vorbild für uns ab ein direktes musikalisches Vorbild haben wir nicht. Eher viele Menschen um uns herum die uns inspierieren und beeinflusst haben.

Ihr zwei seid Brüder und augenscheinlich auch Krauselocken. Wo seid ihr beiden aufgewachsen und wo liegen eure Wurzeln?

Sam: Krauselocken? Haha, ja genau! Unsere Mom ist aus Sambia, unser Dad aus Deutschland. Wir sind beide in Deutschland geboren und hier auch aufgewachsen… mit einer streng afrikanisch-schwäbischen Erziehung, haha.

 

Wir von KrauseLocke.de sind ein Onlinemagazin für krause Köpfe und krause Gedanken. Darum bleibt auch eine Haarfrage nicht aus. Wie pflegt ihr eure Haare und wovon macht ihr euer Styling abhängig?

Chelo: Wir haben natürlich beide Locken bzw. krause Haare. Aber wir lassen die eigentlich nie zu lange wachsen. Einmal in der Woche geht’s zum Berber. Die Fresse, sie glänzt!
Sam: Und wenn wir das doch mal nicht schaffen, dann gibt’s eben einen Afro.

 

Schmerzhaftes Haarekämmen und chemisches Haareglätten – Hat das bei euch oder in eurem Umfeld jemals eine Rolle gespielt oder geht ihr entspannt mit eurem Hairstyle um?

Sam: Ja, na klar, mega. Unsere Mom hat ein Afroshop. Wir haben aaalles erlebt und probiert.
Chelo: Hahaha! Wenn jemand Fragen zu Haaren hat: her damit!

Euer Mixtape ZWEInullZWÖLF kann man sich kostenlos im Netz downloaden. Beschreibt doch mal in drei Sätzen, was den Hörer des Albums erwartet und warum man es sich unbedingt anhören sollte.

Sam: das war und ist unser erstes Mixtape. Es hat für uns eine ganz besondere Bedeutung, weil wir dadurch zu Chimperator gekommen sind. Damit ging im Grunde alles los. Also wer das noch nicht kennt, kann sich das auf unserer Seite for free ziehen und ein bisschen unsere Entwicklung verfolgen.
Chelo: das Mixtape ist jetzt natürlich auch etwas älter. Wer neue Sachen will, kann sich aber ab morgen die „Wir“-Ep bei iTunes und co ziehen. Ist geil geworden und ist ja quasi unser erster, „richtiger“ Release.

Welche Bedeutung hatte das Jahr 2012 für euch?

Sam: Wie gesagt, da ging alles los. Chimperator, die Touren mit Carlo, die ganzen Solo Shows… das war eines der besten Jahre unseres Lebens bis jetzt.
Chelo: Wir haben ein Mixtape aufgenommen, einen Plattenvertrag unterschrieben, waren auf großer, komplett ausverkaufter Tour und haben Dinge erlebt und gesehen mit denen wir niemals gerechnet hätten. War ein geiles Jahr.
Sam: Ich habe mir deshalb auch MMXII auf meinen Arm tätowieren lassen. Also das Jahr war wirklich wichtig für uns.

Was sind die Pläne für 2013?

Chelo: Wir werden wieder ganz viel unterwegs sein, gefühlt auf jedem Festivals der Welt spielen und zum Herbst hin dann hoffentlich unsere erste eigene Tour starten.
Sam: Außerdem gibt’s natürlich die „Wir“ EPund wir arbeiten wie die Verrückten an unserem ersten Album.

 

Mit Anfang 20 verfügt ihr bereits über eine beachtliche Fangemeinde. Wie erklärt ihr euch den Hype und wie geht ihr damit um?

Sam: Das ist auf der einen Seite sehr merkwürdig und irgendwie fühlt sich das manchmal sogar unwirklich an, auf der anderen Seite ist es natürlich sehr schön und geil.
Chelo: Carlo und Chimperator haben uns natürlich viel geholfen und uns sehr gepusht. Vor allem durch die Touren haben uns sehr viele Leute kennengelernt. Und irgendwie hat denen dann gefallen was wir machen (lacht) und die sind dabei geblieben.

You only live once“ – inwiefern ist das euer Lebensmotto?

Sam: äh..
Chelo: „no risk, no fun“, das ist mein Motto.

In eurem Track „Vorbei“ geht’s auch ums Älterwerden. Inwiefern spielt das Älterwerden mit Anfang 20 eine Rolle in eurem Leben und habt ihr in eurem Umfeld Kontakt zu älteren Menschen zB. Im Seniorenalter? Wenn ja, wie ist der Bezug zu ihnen?

Sam: Naja, das älter werden hat auch schon mit 12 eine große Rolle gespielt… nur wollte man damals eben älter sein und endlich Haare am Sack haben. Mit Anfang 20 macht man sich eben Gedanken über die Zukunft. Studieren? Arbeiten? Öhm.. oder vielleicht Rapper werden? Ist alles nicht so einfach. (lacht.)
Chelo: Wir haben natürlich Großeltern… die besten der Welt übrigens! Und dann kennen wir noch Kodimey und Sebastian von Chimperator. Die sind auch beide meeega alt. Aber das war’s auch schon mit dem Kontakt zu älteren.
Danke fürs Interview, Jungs! Vielleicht laufen wir uns dieses Jahr ja beim SUMMERJAM über den Weg – da seid ihr ja auch im Line Up vertreten!

Hier gibt’s noch mehr Interviews –> KrauseLocke Interviews

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KrauseLocke Aminata: So wie ich von Natur aus bin, bin ich gut

Hi! Ich bin Aminata, 32 Jahre alt und komme aus Hamburg. Meine Mutter ist deutsch und mein Vater kommt aus Senegal wo er auch lebt.

Mein größter Schatz sind meine beiden Söhne Luis und Patrice. Ich bin leidenschaftliche Zahntechnikerin und großer Fan von KrauseLocke.de.

Inspiration in Sachen Haare ist für mich Kiffe Coco und ihr natürlich!

Bis vor 1, 1/2 Jahren habe ich meine Haare regelmäßig geglättet. Zwar haben mich krause Köpfe immer fasziniert, ich fand den natürlichen Look bei anderen immer superschön, ich selber konnte mich aber nie damit identifizieren. Zudem hatte ich auch keine Ahnung wie man meine Mähne bändigt geschweige denn welche Produkte ich wie anwenden kann, um sie schön zu pflegen.

So ungefähr vor einem Jahr bin ich dann durch Zufall auf KrauseLocke gestoßen und seitdem…. echt cool! Seitdem ich meine Haare natürlich trage und auch öfter mal offen, bekomme ich von allen Seiten Komplimente, hab sogar in einer Werbekampagne mitgemacht. Ich bin viel selbstbewusster denn ich bin ich und so wie ich von Natur aus bin, bin ich gut :).

An meinen Haaren mag ich, dass sie so besonders sind… man kann so viel mit ihnen machen. Am liebsten trage ich sie ganz wild, offen.

An meinem Beruf als Zahntechnikerin mag ich besonders, dass man Menschen das Lächeln wieder zurückgibt. Außerdem ist er sehr kreativ… Ich arbeite gern mit den Händen.

Meine Lieblingssongs sind zurzeit von Bruno Mars, When I was your man; Irma, I know; Max Herre, Blick nach vorn…

Mein Lieblingsessen ist Jassa, ein Gericht aus dem Senegal.

Es ist schön anders zu sein als die meisten, lebt es!

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Unterschwelliger Alltagsrassismus – Bachelorthema von Krauselocke Lisa

Mein Name ist Lisa ich studiere Pädagogik im siebten Fachsemester an der Hochschule Esslingen in Baden Württemberg. Meine Bachelorarbeit, die ich im November 2012 vollendete, beschäftigt sich mit Unterschwelligem Alltagsrassismus mit Bezug auf das Selbstkonzept/Selbstwertgefühl afrodeutscher Kinder und Jugendlicher.


Die Motivation mich mit diesem bedeutenden Thema auseinanderzusetzen, lässt sich in erster Linie mit meinen Erfahrungen als Kind eines nordafrikanischen Vaters erklären. Die ständige Reduzierung auf mein äußeres Erscheinungsbild wirkte sich im Laufe meiner Pubertät sehr nachteilig auf mein Selbstwertgefühl aus. Der Wunsch nach langen, glatten, blonden Haaren war die Folge meiner damaligen Selbstzweifel. Da ich diese Seite als eine große Bereicherung für uns Krauselocken sehe und sich kaum jemand wissenschaftlich mit den Lebenswelten von Afrodeutschen auseinandersetzt möchte ich euch einen kleinen Einblick in meine Arbeit gewähren.


Bachelorarbeit: Unterschwelliger Alltagsrassismus mit Bezug auf das Kriterium „Hautfarbe“
am Beispiel afrodeutscher Kinder

-Auswirkungen von Rassismuserfahrungen auf das Selbstkonzept afrodeutscher Kinder und Jugendlicher-

Deutschsein hat viele Bedeutungen. Eine der ausschlaggebendsten davon wird scheinbar, nur an einem Merkmal gemessen: der Hautfarbe. Menschen und insbesondere Kinder mit dunkleren Hautpigmenten, erleben in der weißen Mehrheitsgesellschaft täglich Formen von Rassismus, die sich sowohl als offene Anfeindungen, als auch subtile Herabwürdigungen deutlich machen können. Gerade afrodeutsche Kinder werden von der Gesellschaft häufig auf ihre äußeren Merkmale reduziert. Was für sie so gesehen selbstverständlich ist und zwar die Tatsache, sich als Deutsche zu bezeichnen, wird von der Öffentlichkeit meist dementiert. Ihre soziale, wie auch persönliche Zugehörigkeit wird demzufolge permanent in Frage gestellt. Aus diesem Grund beschäftigt sich meine Bachelorarbeit vornehmlich mit der Lebensrealität von afrodeutschen Kindern und Jugendlichen.

Vor diesem Hintergrund lautete meine Forschungsfrage wie folgt: Wie entwickelt sich das Selbstkonzept eines afrodeutschen Kindes, wenn es in einer dominierend weißen Gesellschaft aufwächst, in der es permanent rassifiziert, diskriminiert und ausgegrenzt wird?. Um dieser Frage näher zu kommen, wurden insbesondere Alltagsrassismen analysiert, die neben offenen Anfeindungen auch unterschwellig und subtil auftreten können. Es wurde deutlich dass, die alltäglichen Rassismen hierbei in verschiedenen Erscheinungsformen fungieren, die individuelle, strukturelle, institutionelle wie auch diskursive Handlungspraxen beinhalten. Weiterführend wurde Bezug auf die Phase des deutschen Kolonialismus und der damit einhergehenden Entstehungsgeschichte des gegenwärtigen Rassismus genommen. Anhand dessen wurde deutlich, dass die bundesdeutsche Gesellschaft die koloniale Vergangenheit sowie bestehende Hierarchie- und Machtverhältnisse weitestgehend verleugnet. Dementsprechend wirken koloniale Einflüsse in gesellschaftlichen Denk – und Handlungsmustern bis zum heutigen Tag fort. Infolgedessen wird das Weißsein in der Gesellschaft weiterhin als Normalität gesehen. Das fehlende Hintergrundwissen über diesen folgenschweren und wirkungsmächtigen Zeitabschnitt verursacht, dass die Medien den afrikanischen Kontinent, im Gegensatz zu Europa meist als unzivilisiert und primitiv darstellen.

Zusätzlich werden afrikanisch – stämmige Menschen verstärkt als Subjekte wahrgenommen und dadurch in ihrer Individualität herabgestuft. Demgemäß ist die Vereinbarkeit von Schwarz – und zugleich Deutschsein fürden Großteil der Mehrheitsgesellschaft unvorstellbar. Somit müssen sich Afro – und Schwarze Deutsche mit einem Identitätsfindungsprozess auseinandersetzen, der überwiegend durch gesellschaftliche Ideologien hervorgerufen und gesteuert wird. Afrodeutsche Kinder sind in Deutschland geboren und aufgewachsen, vertreten das deutsche Wertesystem und würden sich gleichwohl als Deutsche bezeichnen. Vor diesem Hintergrund ist die soziale Zugehörigkeit ihrerseits theoretisch geklärt. Dennoch werden sie aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes und nicht zuletzt wegen ihrer Hautfarbe nicht als Deutsche anerkannt. In Bezug auf die Forschungsfrage kann die Selbstkonzeptentwicklung afrodeutscher Kinder durch die aufgezeigten und diskutierten Umwelteinflüsse erheblich beeinflusst werden. Die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten sowie die Wahrnehmung der eigenen Person werden insbesondere durch das gesellschaftliche Abwehrverhalten beeinträchtigt. Innere Zerrissenheit, Selbstzweifel und das Gefühl des „nirgendwo hinzugehörens“, können hierbei die Folgen sein.

Zwar kann mittels dieses Befundes darauf geschlossen werden, dass die Selbstkonzeptentwicklung eines afrodeutschen Kindes durch Alltagsrassismen einigen Barrieren ausgesetzt ist, doch gilt dass eine intensive Auseinandersetzung mit Rassismuserfahrungen diesbezüglich Abhilfe schaffen kann. Die Unterstützung von pädagogischer Bildungsarbeit gegen Rassismus hat sehr positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden, die Persönlichkeitsentwicklung und das Selbstkonzept eines afrodeutschen Kindes. Die Thematisierung von alltäglichen Rassismen innerhalb der Familie notwendig ist, um gemeinsam Strategien im Umgang mit Rassismus und Diskriminierung zu entwickeln und das Kind in seinem Verarbeitungsprozess zu unterstützen. Um Alltagsrasismen dennoch endgültig entgegenzuwirken, muss das fortlebende koloniale Denkmuster in jedem Bereich der Gesellschaft aufgebrochen und dekonstruiert werden.

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Krauselocke Charlene übers Lehramtstudium und ihre Haargeschichte

Charlene ist angehende Lehrerin und Gründerin der Facebook-Gruppe “Lehrer mit Migrationshintergrund”

Stell dich doch kurz vor!

Mein Name ist Charlene Davis, ich bin 24 Jahre alt und ich studiere Lehramt für Gymnasien (Englisch/Französisch) im letzten Semester. Ich habe bei Facebook die Gruppe „Lehrer mit Migrationshintergrund“ gegründet, weil ich danach gesucht hatte und nur eine für türkischstämmige Lehrer gefunden hatte. Ich habe vor ein paar Wochen eine Hausarbeit zu dem Thema geschrieben und mir ist aufgefallen, dass es dazu kaum Material in den Bibs an der Uni gab. Im Internet bin ich dann auf das „Berliner Netzwerk für Lehrer mit Migrationshintergrund“ gestoßen, das allerdings nur in Berlin agiert. 
Was ist das Besondere an der Facebook-Gruppe?

Die Gruppe ist noch recht jung (2 Tage) und ich würde mich freuen, wenn Lehrämtler aus ganz Deutschland beitreten würden, um über verschiedenen Themen zu diskutieren und um Erfahrungen auszutauschen. Ich bin an der Uni z.B. die einzige Afrodeutsche, die Lehramt studiert, es wäre daher schön, auch von anderen zu hören, wie es ihnen dabei geht, vor allem auch in den Schulpraktika oder im Referendariat.

Was macht dir Spaß am Studium?
Auch wenn das Studium kein Zuckerschlecken ist, macht es mir Spaß jedes Semester etwas neues zu lernen und vor allem, dass man die Möglichkeit hat, viele verschiedene Themenbereiche zu erkunden (z.B. African American studies, Gender studies, etc.) 
Wer oder was inspiriert dich?

Ich habe viele verschiedene Inspirationen. Zum einen ist es mein Wissensdurst, zum anderen sind es einfach Kinder. Ich finde es ganz schlimm, wenn Kinder, die Potential haben, nicht gefördert werden oder wenn Eltern nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Jedes Kind und jeder Mensch hat individuelle Bedürfnisse, vor allem was das Lernen betrifft. Ich halte wenig davon ein Kind zu etwas zu zwingen, vielmehr soll es selbst herausfinden, was ihm/ihr Spaß macht. Aus dem Grund beurteile ich das deutsche Schulsystem als altertümlich und überholungsbedürftig.

“Wo kommst du her?”

Ich bin sowohl Deutsche als auch Amerikanerin. Ich fühle mich allerdings mehr deutsch, weil ich hier geboren und aufgewachsen bin. Trotzdem fühle ich eine starke Verbundenheit zu Amerika und auch zu Afrika. Mein Freund kommt aus Kamerun und ich liebe die afrikanische lockere Mentalität. 




Erzähl uns deine Haargeschichte!
My „Haar-Story“ is a never-ending story! Ich habe noch 2 Schwestern, die im Vergleich zu mir eher feines Haar haben. Ich habe die volle Krause abbekommen 🙂 Als Kind war das sehr schlimm für mich, ich habe heute noch traumatische Erinnerungen an das Haarekämmen. Weil meine Eltern irgendwann nicht mehr mit meinem Krausekopf zurecht kamen, haben sie meine Haare einfach abrasiert, da war ich 4 oder 5… Jetzt stellt euch mal vor, wie ich mich gefühlt habe… im Winter … von schöner dicker Wolle auf dem Kopf zu GLATZE 😀 das war echt schlimm und ich habe mich total geschämt wie ein Junge auszusehen. 
Irgendwann ging es dann mit meinen Haaren, bis ich dann in die Phase kam, dass ich wie ein Junge aussehen WOLLTE. Ich hatte mit 8/9 Jahren so eine Phase, wo ich mich angezogen hatte wie ein Junge und auch kurze Haare hatte… Mit 10 war das dann vorbei und ich ließ sie wachsen. Ich hatte viele Sachen ausprobiert: Haaröl, Haarwasser, Gel etc. aber im Nachhinein hat das alles nichts geholfen. Ich trug meine Haare bis ich 17 war eigentlich immer in einem strengen geglättetem Zopf, zwischendurch hatte ich meine Punk-Phase und habe mir die Haare bunt gefärbt (großer Fehler! :D) 
Nach einem Urlaub mit Freunden am Meer trug ich meine Haare dann natürlich ohne zu glätten, einfach waschen und lufttrocknen lassen, das ging dann so bis ins erste Semester an der Uni. In der Oberstufe war ich die mit dem Afro, alle haben ihn geliebt und ich auch. Im Studium habe ich dann angefangen zu relaxen, was die ersten paar Male auch ganz gut ging, meine Haare waren so weich wie nie zuvor… nur nach ca. 1 Jahr relaxen waren meine Haare kaputt, dünn und brüchig. Im 4. Semester ließ ich mir die Haare dann kurz schneiden, so wie Rihanna, Radikalschnitt. Ich fand es mega cool und es war total pflegeleicht.
Im 5. und 6. Semester war ich im Ausland in Frankreich und dort kam ich auf den Halfwig/Lacefront-Wig-Trichter. Ich wollte einfach wieder lange Haare haben und konnte mir dort keine Weave oder Ähnliches zulegen, weil ich ungefähr im Kaff des Todes gelebt habe und es dort keine Afroshops oder so etwas gab.


Heute lasse ich meine Naturhaare unter meinen Weaves oder Lacefronts wachsen und sie gedeihen ohne Ende. In 2-3 Jahren sind sie dann lang genug, dass ich mich wieder traue, sie zu zeigen 🙂 

Was magst du an deinen Haaren?
Was ich an meinen natürlichen Haaren mag, ist die Fülle und das Volumen. 


Was ist deine Haarroutine und welches sind deine Lieblingsprodukte?
Ich benutze sehr gerne Palmer’s Coconut Butter, generell viele Produkte von Organic Root Stimulator Olive Oil (z.B. Smooth n Hold Pudding oder Edge Control), außerdem Next Image Conditioner & Detangler Spray… ich bestelle meine Produkte aus den USA. 

Was ist im Moment dein Lieblingsstyle?
Mein momentaner Lieblingsstyle sind loose curl. Ich liebe „big hair“/Löwenmähne! 

Hast du auch ein Paar Beauty-Tricks für die Krauselocken parat?
Jede Krauselocke hat anderes Haar. Es muss jeder für sich selbst herausfinden, was gut ist und was nicht, aber generell rate ich von Relaxern ab!! Das macht die Haare echt kaputt und ist auch so gesundheitsschädlich. Eine abgeschwächte Form (die ich auch selbst noch ab und zu benutze) ist Texturizer. Das entkraust ein wenig aber nicht so aggressiv wie Relaxer. 

Was sind momentan deine drei Lieblingslieder?
Ich bin ein 90er Kind (1989 geboren aber aufgewachsen in den 90ern ;)) und ich liebe Old School Hip Hop und R’n’B. Ich höre zur Zeit „Ruffa – Don’t Worry“; „Da Bushbabees – 3 MCs“ und „2pac – Gotta Get Mine“
Was ist dein Lieblingsessen?
Ich esse generell gerne 😀 Ich habe gar kein wirkliches Lieblingsessen, aber zur Zeit esse ich viel Fisch und mein Freund hat mich auf den afrikanischen kulinarischen Trichter gebracht (Maniok, Kochbananen, Bohnen etc.).

Was möchtest du den Krauselocken sonst noch mitteilen?
Steht zu dem, was ihr tut und lasst euch nicht entmutigen, euren Traum zu leben! 

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Meine ehemalige Nachbarin

Die “Neger”-Dabatte ist noch lange nicht ausdiskutiert. Krauselocke Julia teilt mit uns eine Erfahrung, die gar nicht mal so selten ist…


Meine ehemalige Nachbarin
Hallo liebe Krauselocken,
ich hatte kurz vor Weihnachten ein Telefonat mit meiner alten Nachbarin aus Köln Kalk.
Kurz zum Hintergrund: ich habe dort knapp zwei Jahre in einem Mehrfamilienhaus gelebt. Der Großteil der Nachbarn waren alteingesessene Ur-Kölner. Unter anderem eben auch meine liebe Frau Nachbarin (ich nenne mal keine Namen), die schätzungsweise um die Anfang 70 ist. Seit ich ausgezogen bin haben wir es uns zur Tradition gemacht, zu Ostern und zu Weihnachten zu telefonieren und Neuigkeiten auszutauschen.
Bei den meisten Leuten gilt diese Dame als Hausdrachen – und ja, das kann sie durchaus sein. Ich habe aber, aus welchen Gründen auch immer, einen Stein bei ihr im Brett. Jedenfalls ist sie auf keinen Fall ausländerfeindlich, hat aber eine gewisse Skepsis gegenüber „Fremden“. So erzählt sie z.B. gerne von den „Türken“, die ja trotz ihrer Kinderschar nett und ordentlich sind. Klar, das kann man sehen wie man will… aber ich weiß halt, dass sie es nicht wirklich böse meint.
Nun gut, vor Weihnachten habe ich also meinen obligatorischen Anruf getätigt und sie berichtete mir von einer Familie, die neu eingezogen ist. Ich habe verstanden, es seien „Näher“ – und war erst etwas irritiert. Nach mehrmaligem Nachfragen habe ich es akustisch immer noch nicht verstanden und fragte, ob sie denn eine Schneiderei hätten. „Nein“ sagte sie, „NEGER, NEGER SIND DA EINGEZOGEN“. Mir blieb erst mal für gefühlte 10 Minuten die Sprache weg, weil ich etwas irritiert war. Schließlich weiß sie ja, dass ich auch „einer von denen bin“. Ich glaube sie hat es bis heute nicht bemerkt, wie sehr sie mich damit geschockt hat.
Was ich damit sagen will ist, dass gerade ältere Leute manchmal solche Bezeichnungen benutzen, und sich rein gar nichts dabei denken. Trotzdem fand ich es krass. Es sei ihr verziehen….
Hattet ich auch schon mal Situationen, bei denen Euch fast die Gesichtszüge entglitten sind?
Liebe Grüße von Julia

Mehr über Julia lest ihr hier: http://www.krauselocke.de/2012/06/krauselocke-julia-aus-bonn.html 

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