Krauselocken, ich geb’s zu. Auch ich verfiel in meinem Leben des Öfteren schon dem Schnäppchenwahn: Im völligen Kaufrausch durch die Stadt oder das Kaufhaus hechten, bis unter beide Arme mit Klamotten bepackt, Schweiß auf der Stirn und Funkeln in den Augen. Ich erinnere mich daran, dass ich sogar extra mit dem Zug in eine andere Stadt fuhr, nur weil dort eine Filiale meines damaligen Lieblings-Billigkaufhauses eröffnet hatte. Stolz postete ich anschließend meine Errungenschaften bei Facebook. Der Rausch verflog allerdings jedes Mal schnell. Die Hälfte der Klamotten landete ungetragen im Schrank oder war nach kurzer kaputt. Grund dafür: sehr schlechte Qualität. Zum Glück habe ich in dieser Hinsicht einen beachtlichen Entwicklungssprung gemacht. Ich taste mich nicht nur immer weiter an den Minimalismus heran. Heute kaufe ich meine Kleidung fast ausschließlich Second-Hand oder eben fair in ausgewählten Geschäften.

WAS IST FAIRE KLEIDUNG?

Wie fast jedes Produkt wird Kleidung durch Menschenhand hergestellt, sprich: sie muss genäht werden. Diese Kleidung ist fair, wenn die Menschen, die sie nähen auch fair dafür entlohnt werden und die Arbeitsumstände auch fair sind. Das heißt zum Beispiel, dass diese Menschen grundlegende Rechte haben und durch die Herstellung der Kleidung keine gesundheitlichen Schäden davontragen. Das klingt aus unserer deutschen Perspektive vielleicht selbstverständlich. Tatsächlich ist das jedoch nicht der Fall. Die Bedingungen unter denen unsere Kleidung in den jeweiligen Ländern hergestellt wird, ist oft katastrophal. Unmenschliche Arbeitszeiten, Diskriminierung und Kinderarbeit sind in vielen Fabriken an der Tagesordnung.

FAIR FASHION TRUCK UND MINIMALISMUS

Zum Glück gibt es Hersteller, die sich für faire Kleidung einsetzen und gegen Kinderarbeit einsetzen. In diesem Onlineshop von P&C Düsseldorf spart ihr sogar 10% beim Bestellen von fairer Kleidung. In Ehrenfeld habe ich dann vor einiger Zeit den FAIR FASHION Truck entdeckt. Das ist ein Wagen, der ausschließlich faire Kleidung verkauft und der steht freitags in meinem Viertel auf dem Marktplatz. Richtig cool! Auch wenn faire Kleidung um einiges teurer ist, als die im Billigladen.
Es lohnt sich nicht nur für dein Karma-Konto, den Kleidungskauf bewusst anzugehen. Und wenn wir ganz ehrlich sind, unsere Kleiderschränke sind zwar rappelvoll, im Alltag ziehen wir dann aber doch meist „das Gleiche“ an.

Im Frühjahr bin ich mit meiner Familie verreist. Um uns im Flieger die Zeit zu vertreiben habe ich mir mit meiner Oma eine Dokumentation über das Thema „Minimalismus“ auf dem Tablet angeguckt. Selbst meine 80-jährige Großmutter war anschließend davon überzeugt, dass weniger definitiv mehr ist und der Konsumwahn uns Menschen letztendlich nur unglücklich macht. Mittlerweile habe ich bereits 5 große Säcke Klamotten ausgemistet. Ich werde es nochmal mit Flohmarkt versuchen und das was übrigbleibt danach spenden. Ich habe mich nun definitiv dafür entschieden, nur noch bewusst shoppen zu gehen und die Kleidung, für die ich mich entscheide, dementsprechend zu würdigen.
Das nur als Tipp von mir an Euch, meine Wegbegleiter auf der Reise zur vollkommen selbstbewussten Krauselocke!

In diesem Sinne Namasté und keep it kraus!

Eure Esther