Dieser Artikel vom 14.Juli 2014 wurde aktualisiert. Viel Spaß!

„Lasst uns schwimmen gehen!“ tönt es aus allen Ecken und ich freue mich – für einen Moment. Dann sinkt meine gute Laune rapide und auch der Eis-Appetit vergeht im nu: Ich brauche einen neuen Bikini.

Uns Mädels wird ja seit Jahrzehnten nachgesagt, dass wir gerne shoppen. Stimmt wohl auch oft. Ich bin eine Schnäppchenjägerin und wenn ich im Netz nach Haartipps surfe, bestelle ich mir auch gern mal das eine oder andere Haarprodukt. Wenn es aber eines gibt, was ich nicht gerne einkaufe, dann sind das Bikinis. In der Vergangenheit lief so ein Bikini-Kauftag bei mir normalerweise so ab:

Phase 1: Prokrastination

Ich laufe durch die Läden und finde eine tolle Klamotte und ein funkelndes Accessoire nach dem anderen, probiere an, die Sachen gefallen und ich könnte glücklich nach Hause gehen, weil ich ALLES gefunden habe – nur keinen Bikini. Denn ich habe gar nicht danach gesucht, den Bikinikauf aufgeschoben bis kurz vor Ladenschluss.

Phase 2: Hoffnung

Alles klar. Es ist halb sieben, um acht ist Feierabend. Also ab in die Bikini-Abteilungen. Tolle Teile haben sie hier. Bunt gemustert, Neonfarben, Punkte oder Querstreifen in verschiedenen Formen und Modellen. An Auswahl mangelt es nicht. Der Rausch packt mich, ich greife mir mehrere Modelle in verschiedenen Größen, sehe mich in Gedanken sexy im neuen Bikini am Strand entlang laufen. Die Dinger müssen einen nämlich einfach sexy machen. Ab in die Umkleidekabine damit.

Phase 3: Depression

Ich stehe in der Kabine, mit hängenden Schultern und schmollender Unterlippe. Warum machen die Spiegel in den Umkleidekabinen immer so fett? Ja, ich habe ein ausladendes Hinterteil, mein Hohlkreuz betont das nur noch. Wenn ich sonst Größe 38 trage, braucht meine Bikinihose mindestens eine 40. Dann sollten auch noch die Dehnungsstreifen an den Oberschenkeln kaschiert werden, die ich habe seit ich 12 war. Schnelles Wachstum, erblich bedingt kein gerade straffes Bindegewebe, keine Zeit und keine Lust wirklich jeden Tag Sport zu treiben. Ich sollte mir einen Ganzkörperbadeanzug kaufen! Obenrum sieht es hingegen ganz anders aus. Nahezu Flachland. Wenn ich mir ein Bikinioberteil in Größe 40 kaufen würde…schallendes Gelächter! Da ist nichts, was diese Größe füllen könnte. Ich sehe schlimm aus! Von wegen sexy am Strand! Schon wieder werde ich in den Wonnemonaten als Wonneproppen ins Wasser gehen. Buhuhu. Das Bikini-Dilemma hat wieder zugeschlagen. Eis oder Diät für die Strandfigur? Anstatt in die Eisdiele, sollte ich wohl ins Fitnessstudio rennen.

Dann macht der Laden zu und ich laufe nachhause, vorbei an meterhohen Plakaten mit
Supermodels, die ihre spindeldürren Körper in der Sonne räkeln und genau die Bikini-Modelle tragen, die mir gefallen. Nur habe ich nicht ihren Körper, werde wahrscheinlich lächerlich aussehen, wenn ich so was trage. Nach dem Store-Desaster, muss ich also noch mal im Netz schauen. Da ist er wieder, der Kaufrausch. Ein Modell gefällt mir besonders gut. Aber bestimmt werde ich darin scheiße aussehen…

STOP!

Mir reicht es und ich drücke die Rückspultaste.
Viel nackte Haut, Stimmengewirr auf den Straßen, Schwalben segeln durch die Luft, meine Haare trocknen schneller, alle sind gut drauf und ich habe Heißhunger auf Eis. Der Sommer ist da! „Lasst uns schwimmen gehen!“ tönt es aus allen Ecken und ich freue mich.
Ich suche mir einen Bikini aus, der mir gefällt und trage ihn, ungeniert und mit Stolz. Aufrechter Gang, keine hängenden Schultern. Anstatt eines Schmollmunds ein strahlendes Lächeln und eine positive Ausstrahlung. Und auch das Eis lasse ich mir schmecken. Ich genieße den Sommer in vollen Zügen.

Das Leben ist zu kurz, um sich ständig selber fertig zu machen, Krauselocken. Was für unsere Haare gilt, gilt auch für unseren Körper: Wir sollten ihn mir Stolz tragen und auch die Stellen akzeptieren, die nicht ins allgemeine Schönheitsideal passen.

In diesem Sinne: raus mit euch und genießt den Sommer und vor allem keep it kraus!

Eure Esther
www.esthersiesta.com

PS: Hier noch ein Sommer-Frisur-Tipp für euch.

Die Schnecke:

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Haare kopfüber zu einem Zopf sammeln, als würdet ihr die Pineapple-Methode machen wollen. Dann die Haare aber eindrehen und zu einer Schnecke auf dem Kopf eindrehen. Mit einem Haargummi (Benutze dafür gerne Invisibobble) und gegebenenfalls mit Klammern feststecken. Die Frisur klappt bei mir am besten bei einem etwas älteren Twist- oder Braidout.

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Raus aus der Komfortzone! Wie ich morgens dachte, ich bleib‘ liegen und abends nackt Tischtennis spielte. Auf esthersiesta.com


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