Wer bist du und „wo kommst du her“?

Ich heiße Amanda, bin 27 Jahre alt und komme aus einer Kleinstadt im Münsterland, wohne jedoch seit meinem Psychologie-Studium in Düsseldorf, und fühle mich hier nach über 8 Jahren inzwischen doch recht heimisch 😉 Zur Frage, woher meine krausen Locken kommen, ist zu sagen, dass meine Mutter von den Seychellen, und die Familie meines Vaters aus Schlesien kommt. Ansonsten treibe ich mich als „mindful-amy“ unter dem gleichnamigen Blog (http://www.mindful-amy.tumblr.com) umher und blogge vor allem über das Thema Achtsamkeit, außerdem über verwandte Themen, die in irgendeiner Form mit Psychologie, Selbstfindung oder Ähnlichem zusammenhängen können. Ich habe da kein striktes Konzept, sondern schreibe, über das, was mich gerade bewegt 😉 Schaut gerne vorbei!

Wie bist du auf „KrauseLocke“ aufmerksam geworden?

Aufmerksam geworden bin ich durch Google, als ich vor über 3 Jahren den Entschluss gefasst habe, meine Haare nur noch lockig zu tragen, um dann festzustellen, dass ich über Locken-Pflege absolut keine Ahnung habe 😀 Daher wurden in der Anfangsphase Google, Youtube, KrauseLocke und diverse andere Natural-Hair-Pages aus dem amerikanischen Raum zu regelmäßigen Ratgebern bei meiner Haarpflege!

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Wie lebt es sich als Krauselocke in Deutschland?

Ich fühle mich wohl! Oft falle ich in den Modus über Dinge zu nörgeln, die mich hierzulande nerven. Jedoch freue ich mich nach jedem Auslandstrip immer wieder heimzukommen. Es gab durchaus Höhen und Tiefen, da es als Krauselocke im dörflichen Münsterland zeitweise doch recht „einsam“ war, und viele Fragen der Identitätsfindung dort nicht allzu leicht zu beantworten waren… Jedoch genieße ich es inzwischen umso mehr in einer Stadt zu leben, wo kulturelle Diversität an der Tagesordnung steht, sodass es sicherlich stark davon abhängt, in welcher Lebensphase man wo in Deutschland man ist, und was man gerade aus seinen vorliegenden Umständen so machen kann.

Was motiviert dich?

Inspiration erfahre ich vor allem durch Menschen, die eine Leidenschaft für die Dinge an den Tag legen, mit denen sie sich beschäftigen. Seien es Vollblutmusiker, leidenschaftliche Autoren, jemand, der von Herzen gerne kocht, oder auch nur herzhaft lachen oder sich freuen kann. Ich denke dies hängt viel damit zusammen, dass ich in Zusammenhang mit meiner „Natural-Hair-Journey“ an das Thema Akzeptanz und Achtsamkeit geraten bin. Seitdem ist es ein wichtiges Ziel für mich, die Dinge, die mir tagtäglich so begegnen, bewusst zu akzeptieren, Alltägliches aufmerksamer wahrzunehmen und wenn möglich auch zu genießen. Daher inspirieren mich Menschen, die nach solch einem ähnlichen Mantra leben. Seien es, Menschen, die ganz bewusst einen achtsamen Lebensstil verfolgen (wie z.B. der Dalai Lama) oder aber auch Menschen, die durch ihr bloßes leidenschaftliches Tun viel Achtsamkeit auf mich ausstrahlen (wie z.B. Alicia Keys, als ich sie im Konzert gesehen habe).

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Deine Haar-Story?

Ohje… Eine komplexe Story mit vielen Höhen und Tiefen! Ich versuche es kurzzufassen: Mit 14 Jahren habe ich auf den Seychellen meinen ersten Relaxer bekommen. Man hat mir dort gesagt, dass dieser die Haare glatt mache, was für mich zu dem Zeitpunkt eine grandiose Perspektive war: Endlich langes glattes Haar à la Beyoncé, Aaliyah und co.!! Von den Nebenwirkungen hat mir damals leider niemand erzählt. Bald jedoch habe ich die üblichen Folgen zu spüren bekommen: Sprödes, dünnes Haar, Haarbruch, und eine Textur, die weder glatt, noch lockig, sondern irgendwie fad war. Dies habe ich versucht mit dem obligatorischen Glätteeisen zu bekämpfen, um dem stumpfen Haar dann doch irgendwie noch einen mehr oder minder glänzenden Look abzuverlangen. Mein Ziel, langes gesundes Haar wachsen zu lassen, rückte in weite Ferne, weil die Haare damals viel weiter, als über Schulterlänge hinaus, nicht gewachsen sind, ohne abzubrechen. Dass dies mit dem Relaxer und mit dem Glätteeisen zusammenhängen könnte, habe ich mir erst nach ungefähr 10 Jahren bewusst eingestanden und infolgedessen mit der Chemiekeule und der Hitze durch das Glätteeisen komplett aufgehört. Und habe die geglätteten Strähnen nach und nach rauswachsen lassen und immer wieder getrimmt. Seit 3 Jahren wachsen jetzt nur noch natürliche Locken auf meinem Kopf, und erstaunlicherweise vermisse ich keinen Moment meiner geglätteten Zeiten :-)

Was magst du an deinen Haaren?

Ich mag, dass ich nun endlich das Gefühl habe, dass das, was auf meinem Kopf wächst, auch zu mir passt. Meine Locken sind nicht perfekt definiert, glänzend oder besonders voll, das wäre jedoch auch nicht ich. Meine Haare sind irgendwie unberechenbar, knoten viel, produzieren Unmengen an Frizz, sind eher dünn und sehr weich, und stehen meist irgendwie in viele Richtungen ab. Aber mit genau diesem etwas undefinierten Look fühle ich mich am wohlsten. Früher habe ich Stunden damit zugebracht, die Haare zu glätten und mit Haarspray und co. in Form zu bringen. Inzwischen brauche ich für mein Haar-Styling keine 5 Minuten und fühle mich wohler, als ich es mit den glatten Haaren je getan habe. Einfach, weil nicht glatt, sondern lockig-frizzy „mein“ Look ist, wenngleich ich glatt bei anderen Frauen wunderschön finden kann!

Was ist deine Haarroutine und welches sind deine Lieblingsprodukte?

Meine Haar-Routine ist inzwischen nach einer Menge an Trial and Error wirklich simpel geworden!  Ungefähr alle drei Tage wasche ich mir mit Balea Oil Repair Shampoo und Spülung die Haare. Nach der Spülung verwende ich die Dove Oil Care Tiefenkur zum Detangeln, während die Kur einwirken kann, was der zeitaufwendigste aller Schritte ist. Nach dem Auswaschen benutze ich nur noch ein wenig Moroccan Argan Öl, was den Haaren etwas zusätzlichen Glanz gibt. Anschließend werden die Haare gebürstet und gefönt (ich weiß, ich weiß… Aber auf diese Form von Hitze wollte ich nach einiger Zeit dann doch nicht mehr verzichten…). Entsprechend regelmäßig lasse ich meine Spitzen trimmen, um kaputte oder beschädigte Enden wegzuschneiden. Als Nachtroutine flechte ich die Haare entweder oder greife auf die Pineapple-Methode zurück (Haare zum hohen losen Dutt binden), letztere Variante gibt mir morgens die frischesten Locken.

Was ist im Moment dein Lieblingsstyle?

Mein All-Time-Favorite ist ein Half-Up-Do. Hierfür öffne ich meine Haare, durchkämme sie zwecks mehr Volumen mit den Fingern (weil ich definierte Locken bei mir selbst nicht so gern mag), und nehme die oberen Haarpartien und stecke die Strähnen mit einer kleinen Greifspange am Hinterkopf fest. Ist eine Sache von nichtmals 2 Minuten. Fühle mich damit wohl, weil die Haare mir nicht ins Gesicht fallen, man dennoch das Gefühl von offenen Haaren hat, weil man die Länge der unteren Haarpartie sieht. Ansonsten trage ich ab und zu einen tiefen Dutt.

Was machst du beruflich?

Ich bin Psychologin und angehende Psychotherapeutin. Mein Geld verdiene ich momentan damit, dass ich in einer Halbzeitstelle in einer psychiatrischen Klinik arbeite, ansonsten behandle ich in der Institutsambulanz unseres Ausbildungsinsitutes Patienten, die ambulant bei mir zur Therapie kommen und unter verschiedenen psychischen Störungen leiden. Vor allem handelt es sich dabei oft um Depressionen, Ängste, Persönlichkeitsstörungen oder aber auch um die Bewältigung akuter Lebenskrisen.

 

Was macht dir Spaß an deiner Arbeit?

Der enge Kontakt mit Menschen, die mir eigentlich vorab fremd sind, zu denen man jedoch eine intensive Arbeitsbeziehung aufbaut, um sie darin zu unterstützen, ihr Denken, Fühlen und Handeln aus eigener Kraft heraus zu ändern. Ich liebe es, wie Patienten mich oft durch vorgenommene Veränderungen inspirieren können,  die ich vorab vielleicht nicht für möglich gehalten hätte. Genauso machen mir die ganz verschiedenen Gespräche über Gott und die Welt Spaß, auch gemeinsam über Dinge lachen zu können, denn gerade Humor empfinde ich in als eines der wichtigsten „Arbeitsinstrumente“ in der Therapie. So kann es mal passieren, dass nach einem langen anstrengenden Tag ein gutes Gespräch mit einem Patienten der Grund dafür sein kann, weshalb ich mit einem Lächeln in den Feierabend gehe. Ich denke die meisten, die auch in einem sozialen Beruf arbeiten, werden dieses Phänomen kennen.

Wie wird man das, was du bist?

Durch ein 5-jähriges Studium der Psychologie (Bachelor, anschließend Master). Im Anschluss findet eine berufsbegleitende, leider etwas kostspielige Ausbildung zur Psychotherapeutin statt, die mindestens 3 Jahre dauert.

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Welche Musik hörst du gerne?

Verschiedenes.. Künstler, die mir sehr zusagen, sind z.B. John Legend, Clueso, Mayer Hawthorne, Alicia Keys, Lary, die Red Hot Chilli Peppers. In puncto Musikrichtung läuft bei mir gern mal Klassik,  Blues, Soul, Reggae, Rock oder aber auch Hip Hop.

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Ein unvergesslich schöner Moment deines Lebens?

Letztes Jahr im Dezember war ich für eine Woche in einem buddhistischen Kloster auf einem Berg in Nordthailand, um Achtsamkeitsmeditationstechniken am Ort ihres Ursprungs zu erlernen. Die Erfahrung hat mich auf vielerlei Weise geprägt und mich nur noch zunehmend bestärkt, mein Interesse an Selbsterkenntnis und Achtsamkeit noch weiter zu vertiefen. Falls irgendjemand unter den Krausenlocken an diesem Thema interessiert ist, kann er/sie gerne meine Gedanken zu dieser Erfahrung und zu Achtsamkeit im Allgemeinen in meinem (englisch-sprachigen) Blog nachlesen :-)