Wer bist du und „wo kommst du her„?

Mein Name ist Betty, bin 33 und ich wurde in Berlin geboren. Meine Eltern kommen aus Italien und von den Seychellen und ich lebe seid fast 10 Jahren in Sydney mit meinem australischen Mann.

 

Wie bist du auf KrauseLocke.de aufmerksam geworden?

Vor ungefähr einem Jahr habe ich mich einfach mal vor dem PC gesetzt, um ein paar Haartipps zu finden. So bin ich dann auf KrauseLocke.de gestoßen.

 

Wer oder was inspiriert und motiviert dich?

Mich inspirieren Menschen, die ihren eigenen Weg gehen und denen es egal ist, wie einige Mitmenschen darauf reagieren könnten. Auch deshalb finde ich es toll, was ihr auf KrauseLocke.de jeden Tag erreicht.

 

Wie lebt es sich als Krauselocke in Sydney?

Eigentlich ganz gut. Alltagsrassismus ist mir hier, zum Glück, bisher erspart geblieben. Natürlich wird man oft angestarrt – aber wenn man anders aussieht ist es halt einfach so. Leider gibt es hier nicht so viele Krauselocken wie z.B. in Deutschland aber Australien ist ein Einwandererland und Sydney bleibt sehr multikulti. Den Aborigines ergeht es allerdings sehr anders. Die Integration bleibt schwierig. Eine schreckliche Situation, wenn man bedenkt, dass die Ureinwohner eigentlich die „Real Aussies“ sind!

Leider gibt es auch hier einen Rechtsruck, vor allem nach dem Lindt Cafe Anschlag vor einem Jahr. Es gibt Gruppierungen wie Reclaim Australia, die sich dafür einsetzen, dass in Zukunft keine Moslems einwandern dürfen und keine weiteren Moscheen gebaut werden können etc.

 

betty1

Deine Haar-Story?

Bis ich in die Oberschule kam, hatte ich immer sehr lange Locken. Meine Mutter hat mir einfach oftmals einen Pferdeschwanz oder Zopf und dann auch mal kleine Braids gemacht. Irgendwann hat eine Schulfreundin mich zum Relaxer verführt. Natürlich fand ich es erst toll, da meine Haare sich einfacher stylen ließen. Aber so richtig glatt wurden sie eigentlich nie. Zwischenzeitlich hatte ich dann auch sehr kurze Haare, habe dann aber wieder zum Relaxer gegriffen, als die Haare ein wenig länger wurden. Vor 8 Jahren war ich dann hier in Sydney in einem Afroshop, habe mir wieder einmal dieses Zeug gekauft, bin dann in die Bahn gestiegen und hab mich gefragt, warum ich eigentlich diesen Quatsch mitmache. Als ich ausstieg, habe ich die Packung in die nächste Tonne geschmissen – und das war es dann. Seitdem habe ich meine Locken wieder, ich habe allerdings jahrelang die falschen Produkte benutzt. Shampoos mit Silikonen usw. Meine Haare waren oftmals sehr trocken. Irgendwann bin ich dann auf euch gestoßen und habe mich auch auf anderen Seiten über das Natural Hair Movement informiert. Seitdem haben sich meine Haare total verändert. Sie haben sehr viel Sprungkraft sind nicht mehr so trocken, wachsen schnell und sehen einfach besser aus. Seitdem bekomme ich auch Komplimente – das ist mir früher nie passiert.

 

Was magst du an deinen Haaren?

Meine Haare sind sehr vielseitig und ich mag meine Locken einfach.

 

Was ist deine Haarroutine und welches sind deine Lieblingsprodukte?

Ich wasche meine Haare 2-Mal die Woche. Normalerweise mache ich ein Co-washing mit dem Sukin Organics Conditioner.
Hinterher nehme ich die Body Shop Rainforest Moisture Hair Butter und lasse das Ganze ein paar Minuten einwirken. Dann kämme ich meine Haare und wasche den Deep Conditioner raus. Zum Schluss kommt dann Kokusnussöl rauf und dann wende ich noch mein Leinsamengel an, was ich einmal die Woche selbt mache. Im Anschluss kommt noch ein altes Baumwollshirt für etwa 15 Minuten auf die Haare und abschließend lasse ich sie dann an der Luft trocknen. Zum auffrischen mache ich mir einzelne Strähnen in der Dusche nass und nehme dann einfach ein wenig Gel. Da ich Low Porosity Haare habe. muss ich immer mit Wärme arbeiten.

Ich habe schon viele Produkte ausprobiert aber ich fand sie alle nicht so toll. Wenn ich im Ausland unterwegs bin, nehme ich mir normalerweise Organic Shea Butter mit – das ist dann halt am einfachsten. Man hat ja nicht immer die Möglichkeit Leinsamengel kaltzustellen.

 

Hast du ein Paar Beauty-Tricks für die Krauselocken parat?

Less is more und einfach mal natürliche Produkte zum Stylen ausprobieren.

sitar

Was machst du beruflich?

Ich arbeite in der Buchhaltung und habe total Glück, dass ich so ein tolles Team habe. Unser Unternehmen ist sehr multikulturell. Bis vor kurzem habe ich nebenbei auch als Schlagzeuglehrerin gearbeitet. Ich hatte mit meiner ehemaligen Band auch viele Auftritte, bis ich mich dafür entschied Sitar zu spielen und die Schlagstöcke bis auf’s Weiteres wegzupacken. Die Musik bleibt meine Leidenschaft und die Sitar ist natürlich nicht das einfachste Instrument. In der Zukunft möchte ich wieder in einer Gruppe spielen und auftreten, aber bis dahin heisst es practice makes perfect – also üben, üben, üben!  Vor Kurzem habe ich für mich auch noch die Schwarz-Weiss Fotografie entdeckt. Bin aber noch totaler Amateur.

 

Welche Musik hörst du allgemein gerne?

Ist zwar ein totales Klischee aber ich höre eigentlich alles gerne. Bei mir kommt es echt darauf an, auf was ich gerade Lust habe. Ich höre allerdings sehr gerne Weltmusik, Jazz und Funk. Da ich momentan vermehrt Sitar spiele höre ich oftmals Musik vom indischen Subkontinent.

Was ist dein Lieblingsessen?

Ich esse am liebsten italienisch.

 

Was ist deine liebste Jahreszeit und warum?

Ich liebe den Sommer – bin eine totale Frostbeule. Zum Glück sind die Sommer in Sydney sehr lang.

 

Das größte Vorurteil, das dir je entgegen gebracht wurde?

Das ich gut musiziere, nur weil ich teilweise afrikanische Wurzeln habe! Das ist natürlich der totale Schwachsinn. Das Erlenen von Instrumenten ist oftmals schwierig aber im Grunde kann jeder es packen. Ich hab einen kleinen Vorteil, meine Eltern haben mir schon als Kind Klavierunterricht ermöglicht und außerdem übe ich gerne und viel.

 

Ein unvergesslich schöner Moment deines Lebens?

Meine Hochzeit und als ich zum ersten Mal ein Lied von mir im Radio hören durfte.

 

Was möchtest du den Krauselocken sonst noch mitteilen?

Habt keine Angst vor neuen Anfängen und „Be yourself no matter what they say“. Das hat mal Sting gesagt – und der kennt sich ja bekanntlich aus.