Wir waren beim Frisör und Esther lies sich sogar einen richtigen Haarschnitt verpassen – bei Zeebra Tropicana, einem Afrosalon in Köln. Aber nicht jede Krauselocke hat das Glück, einen Frisör in der Stadt zu haben, der sich mit unseren Haare auskennt. Die meisten, herkömmlichen Frisörsalons schlagen uns die Tür vor der Nase zu, da sie sich nicht an unsere Krauselocken heranwagen. Viele nehmen extra weite Strecken in Kauf, um einen Frisör zu besuchen – das geht nicht nur ins Portmonee, wenn man die Reisekosten miteinberechnet. Das ist auch ganz schön frustrierend. Manchmal ist ein Frisörbesuch zwar unumgänglich – oft müssen aber auch einfach nur die Spitzen gestutzt werden. Wie du dir da selber helfen kannst, versuchen wir dir hier zu erklären.

Wundermittel? Gibt es nicht!

Nimm doch mal die Spitzen deiner Haare in die Hand. Fühlen sie sich rau an, oder ist sogar sichtbar, wie das Haar sich in mehrere Teile aufsplisst? Vielleicht siehst du auch mehrere Knoten und kommst beim Kämmen deiner Haare nicht richtig durch, bleibst immer wieder in den Spitzen hängen. Dann gibt es nur eine Lösung des Problems: Die Haare müssen ab, denn du hast Spliss und kaputte Spitzen.

Es gibt einige wenige Produkte, die versprechen, geschädigte Haarspitzen zeitweise zu reparieren, indem sie die Spitzen umkleiden und versiegeln. Das mag eine zeitlang sogar helfen. Sobald die Locken jedoch gewaschen oder gebürstet werden, kommen die brüchigen Spitzen wieder hervor. Das kann sich dauerhaft schädlich auf das ganze Haar auswirken. Daher müssen kaputten Spitzen ab.

Das ist nicht einfach zu verkraften, da gerade Krause- und Lockenköpfe häufig Probleme damit haben ihre Haare lang wachsen zu lassen. Aber wenn die Haare älter werden, werden sie automatisch dünner an den Enden. Die Spitzen sind der älteste Teil des Haars und brauchen besonders viel Pflege.
Um deine Spitzen zu schneiden, solltest du das richtige Haarwerkzeug verwenden. Nutze keinesfalls eine Nagel- oder einfache Küchenschere. Erstens schneidest du so nur krumm und schief. Außerdem können diese Scheren stumpf sein und zu mehr Spliss führen. Benutze am besten eine professionelle Haarschneideschere. Die erhältst du im Netz, im Frisörbedarf oder im Drogeriemarkt.

1) Search and Destroy – Spliss erkennen

Die sogenannte Search and Destroy-Methode ist die zeitaufwendigste Methode, um deine Spitzen eigenständig zu schneiden. Der Vorteil ist allerdings, dass du wirklich nur die Haare abschneidest, die auch kaputt sind. Für erfolgreiches Haareschneiden a la Search and Destroy brauchst du Geduld und Sorgfalt, denn du musst Haarsträhne für Haarsträhne scannen und die Spitzen nach Spliss und Knoten absuchen – am besten in guten Lichtverhältnissen und mit einem Spiegel. Du kannst dir auch Twists machen und so deine Haarspitzen untersuchen. Wie das funktioniert, erfährst du weiter unten.

 

 

2) Spitzen schneiden mit Braids und Twists

Wenn du keine Zeit für Search and Destroy hast, kannst du deine Haare auch zu dünnen Zöpfen (Braids) flechten und so die Spitzen schneiden – je dünner die Braids, desto besser klappt es mit den Schneiden. Die Braids dünnen an den Spitzen aus, wenn sie kaputt sind und genau an dieser Stelle kann man sie schneiden.

auch Twist tun ihr bestes beim Spitzenschneiden. Bevor Esther zum Frisör ging, hat sie sich die Haare oft wie folgt geschnitten.

3) Haare glätten und schneiden

Auch wenn viele „Glatthaar-Frisöre“ Angst vor unseren Krauselocken zu haben scheinen –  im Grunde ist es nicht notwendig, unsere Haare vor dem Schneiden zu glätten.  Wenn du deine Haare allerdings generell lieber glatt trägst (sei es als Blowout, relaxed oder mit den Glätteisen bearbeitet), ist es von Vorteil deine Haare auch im glatten Zustand zu schneiden. Du schneidest dann wirklich auch nur so viel ab, wie du abschneiden möchtest. Achte allerdings darauf, dass regelmäßiges glätten mit Hitze auf Dauer einen schädlichen Einfluss auf die Haare haben kann!

Wie du dir die Haare in glattem Zustand schneiden kannst, zeigt zum Beispiel dieses YouTube-Video:

 

4) Dusting

Dust ist das englische Wort für Staub. Bei der Dusting-Methode schneidest du also echt nur minimal deine Spitzen, sodass sie wir Staubflöckchen herabrieseln. Nimm hierfür eine Haarsträhne, streiche sie glatt (entweder mit den Fingern oder mit einer Bürste) und drehe sie anschließend zu einem Twist. Wenn sie dich Spitzen rauh und brüchig anfühlen, schneide genau über der kauptten Stelle ab. Öffne dann den Twist, drehe ihn in die andere Richtung und wiederhole, so gehst du sicher, dass du auch keine kaputten Haare vergessen hast. Wiederhole die Prozedur auf deinem gesamten Kopf.

Satin beugt Spliss vor

Auch Satin beugt Spliss vor. Anders als bei Baumwolle und Co. bleiben die Haare bei Satin nicht in den Fasern hängen. Unsere Krauselocken mögen zwar einen dicken, kräfigen Eindruck machen – sie sind aber sehr empfindlich und neigen sehr schnell dazu abzubrechen. Du solltest also nachts auf einem Satinkissen schlafen oder dir ein Satintuch um den Kopf wickeln. Und im Winter solltest deine KrauseMütze tragen – mit Satin gefüttert!


Egal für welche Methode du dich entsscheidest: nach dem Trimmen sind die Haare gesünder und fallen viel besser. Wenn du zu lange mit dem Stutzen wartest, kann sich der Spliss nach oben fressen, das komplette Haar befallen. Du solltest dir also regelmäßig die Spitzen schneiden oder schneiden lassen. Die Spitzen schneidest du (oder der Friseur) dir natürlich wann immer es nötig ist. Bei einigen Krauselocken sind es alle 6 Wochen, 3 Monate oder eben nach 6 Monaten – je nach dem wie due die Haare trägst und welchen Einflüssen sie ausgesetzt sind.

 Welche Methode bevorzugst du?

Keep it kraus!