Heute möchte ich euch über meine ersten Wochen an der Uni erzählen. Mittlerweile bin ich 29 Jahre alt und habe mein Studium der Wirtschaftswissenschaften bereits hinter mir. Vor geraumer Zeit erzählte mir eine Bekannte, die derzeit Wirtschaftswissenschaften studiert, von Ihrem Uni Alltag. Sie glaubte, dass es an ihrer dunklen Hautfarbe liegt, dass sie so schwer Anschluss bei ihren Kommilitonen findet. Im ersten Moment war ich etwas stutzig und konnte nicht nachvollziehen wovon sie sprach. Ich versuchte mich an meine Studienzeit zurück zu erinnern, welche Freunde ich hatte und wie ich so die Tage an der Uni verbracht hatte.

Die Außenseiter

In der ersten Woche habe ich akribisch voller Engagement Kommilitonen vor der Vorlesung angesprochen. Komischerweise hatten sich die anderen schnell gefunden, obwohl sie sich davor auch nicht kannten. Ich sprach überall jemanden an, aber seltsamerweise sprach mich nie jemand an. Ich entschloss dann kurzer Hand auf eine Gruppe zuzugehen, die bereits Ihre Mitglieder gefunden hatte. Diese schickimicki Mädchen waren zwar irgendwie freundlich aber trotzdem spürte ich von einigen ein wenig Distanz. Nach dem ich circa eine Woche hinter dieser Clique hinterhergerannt war, habe ich gemerkt, dass es wenig Sinn machte ihnen weiter zu folgen. Immer musste ich auf sie zugehen, keiner suchte den Weg zu mir.

Damals kannte ich den Grund dafür nicht, aber heute aus einer zeitlichen Distanz betrachtet muss ich erkennen, dass es sehr wohl etwas mit meiner Hautfarbe zu tun hatte. Irgendwann jedenfalls, traf ich auf eine Außenseiter-Gruppe. Diese bestand aus einer Chinesin, einer Marokkanerin mit einem Kopftuch und einer Deutschen. Das deutsche Mädchen war in den Augen der anderen scheinbar sonderbar und fand ebenfalls keinen Anschluss in einer anderen Gruppe. Wir vier machten uns das Uni Leben schön und verbrachten die Zeit zusammen. Ab und an traf ich auf dem Campus oder in der Mensa die schickimicki Mädchen die zuvor partout nichts mit mir zu tun haben wollten. Sie interessierten mich nicht mehr, da ich andere Freunde gefunden hatte.

Reisen und fremde Kulturen kennenlernen

Rückblickend betrachtet wollte ich damals den Grund für die Reserviertheit der schickimicki Mädchen nicht erkennen bzw. wahrhaben.  Heute kenne ich den Grund dafür. Ich war nicht weiß und hatte keine glatten Haare. Ich war zu Exotisch im Vergleich zu den anderen Mädchen die Wirtschaftswissenschaften studierten. Der Studiengang ist eher konservativ und dementsprechend wird dort häufig mit einer Ellenbogentaktik gearbeitet.  Nach dem ich die Uni hinter mir hatte meldete ich mich bei einer bekannten Karriereplattform im Internet an. Dort fand ich in der Alumni Gruppe die Profile einiger dieser schickimicki Mädchen wieder. Unter dem Stichwort Interessen stand bei den schickimicki Mädchen folgendes drin: Reisen und fremde Kulturen kennenlernen. Ich möchte mit diesem Text nichts verallgemeinern. Ich möchte euch nur schildern was ich für Erfahrungen gesammelt habe. So ähnlich sah es nämlich auch in meiner Schulzeit aus. Selbst heute in Situationen in denen es darum geht neue Leute kennenzulernen wie z.B. in einem neuen Job, begegne ich überwiegend Menschen die mich mit einer gewissen Distanz behalten. Es gibt zwar auch welche, bei denen ich das Gefühl habe Sie würden meine Hautfarbe gar nicht sehen, aber das ist leider nur die Minderheit.

Eure Stella

Was sagt ihr zu Stellas Erfahrungen? Könnt ihr sie teilen oder seid ihr anderer Meinung?

 

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