Namibier, Kongolese, Burkiner, Angolaner, Ivorer, Äthopier, Ghanaer, Simbabwer, Mosambikaner, Nigrer, Togoer… und wie die Nationalitäten alle heißen.
Ganz schön schwierig.
Das finde scheinbar nicht nur ich, denn auch viele Deutsche haben sichtlich Schwierigkeiten, die passende Benennung zu finden. Die Annahme, dass der afrikanische Kontinent im Zuge der Sklaverei und der späteren Kolonialisierung ein ums andere Mal von den Europäern besucht wurde und daher für Selbige bestens bekannt sein müsste, verliert sich damit im Nichts.
„Gut“, denkt man sich jetzt vielleicht. „Das ist ja auch schon über hundert(e von) Jahre(n) her. Das ist einfach nicht mehr aktuell.“
Aber was ist dann mit der so häufig erwähnten Globalisierung? Heißt es nicht oft so schön, die Welt würde enger zusammenrücken? Das bedeutet doch, man lernt die Welt besser kennen?
Und trotzdem weiß niemand so hundertprozentig, wie man denn nun die Menschen aus einzelnen afrikanischen Ländern nennen soll…
Ein typisches Gespräch, wenn nach meiner Heimat gefragt wird, verläuft daher oft wie folgt:

XY: „Woher kommst du denn?“
Ich: „Mein Vater kommt aus Togo und meine Mutter ist Deutsche.“
XY: „Togo?“ (ein raffiniertes Lächeln schleicht sich auf XYs Mund.) „So wie Coffe to go?“
Erstaunlich ist, dass die Menschen wirklich denken, sie sind die Ersten, die auf dieses vor Sprachwitz nur so überquellende Wortspiel gekommen sind.
Mit ein bisschen Glück, fügt XY dann noch hinzu:
„Heißen die Leute aus Togo dann Toggolino?“
Vielen Dank an dieser Stelle an SUPER RTL!
Ich probiere mich dann in einem sanften Lächeln und erkläre (hoffentlich) freundlich: „Nein, ein Mensch aus Togo heißt Togoer.“

 

Um ehrlich zu sein: wirklich verübeln kann ich es XY und allen anderen nicht, denn ich bin selbst eine geographische Niete und denke all zu oft ich hätte die goldene Krone für die „Ms. Witz of Germany“ verdient und dann lacht halt doch keiner.
Und um doppelt ehrlich zu sein… die Namen da am Anfang, also die, habe ich größtenteils auch googlen müssen.
Aber woher kommt das?
Das niemand so recht Bescheid zu wissen scheint, wie man die Einwohner der einzelnen afrikanischen Ländern nennt?
Immerhin ist doch auch geläufig, dass ein Mensch mit chinesischer Staatsangehörigkeit „Chinese“ und jemand aus Kuba „Kubaner“ genannt wird. Und die Bezeichnungen „Franzose, Däne & Co.“ aus dem nahen Europa sind sowie so geläufig.
Warum assoziiert der Durchschnittsdeutsche dann also viel eher das Wort „Toggolino“ mit Togo als „Togoer“?
Ich hab mir da mal eine Hypothese zu recht gebastelt: könnte es nicht sein, dass das große fremde Afrika manchmal als ein Land empfunden wird? – so bin ich es zumindest gewohnt.
„Was ist das für eine Sprache, Mama“, fragt der kleine Bub im Kinderwagen mit staunenden Augen als er die fremden Klänge seiner dunkelhäutigen Busnachbarinnen vernimmt.
„Hah“, sagt die Mami. „Das ist Afrikanisch!“
Afrikanisch? Afrikanisch!? Es gibt ca. 2000 afrikanische Sprachen… das ist ja schlimmer als würde jemand in Mexiko Deutsch hören und darauf sagen. „Hah, das ist europäisch!“

Afrika als ein Land?! – die logische Konsequenz daraus: der Mensch aus Afrika ist ein Afrikaner. Ob er oder sie nun aus Namibia oder aus Marokko, aus Südafrika oder aus Somalia stammen… das macht doch keinen großen Unterschied – oder etwa doch?

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht??
Oder andere Lösungsvorschläge? 😉

Falls ihr noch ein bisschen üben wollt 😉

http://www.auswaertiges-amt.de/cae/servlet/contentblob/332368/publicationFile/163293/Staatennamen.pdf

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